Da meine Mutter sich jetzt schon viele Male aus meinen "Anregungen", doch endlich mal wieder Marillenknödel zu machen, herausgeredet hat, musste ich es schließlich selbst einmal probieren bevor die letzten Aprikosen vom Markt verschwunden sind! Für alle Nachahmer sei hier gesagt: Kartoffelknödel-Teig hat immer eine niedrige Frustrations-Schwelle und daher sind alle Angaben für den Teig mit Vorsicht zu geniessen und sollten jeweils immer nur in Teilen verarbeitet werden, damit man nicht den Moment verpasst in dem der Teig wirklich gut... gewesen ist. Wer sich da unsicher ist, sollte das Rezept weiter empfehlen und sich einfach einladen lassen!
Für 2 Personen braucht man:
300 - 400 g mehlige (!) Kartoffeln, gekocht, ausgekühlt und krümmelig gestampft (wer glücklicher Besitzer einer Kartoffelpresse ist, mag diese verwenden)
150 - 200 g Mehl (ich neige in letzter Zeit bei allem was saftig oder klebrig ist (beides trifft hier zu) etwa 1/4 der Mehlmenge durch Gries zu ersetzen – wie Oma! Wenn man dem Teig nach dem Anrühren etwas Zeit gibt, quillt der Gries und entzieht der Teigmasse so etwas Flüssigkeit und macht das Endprodukt schön fluffig! Aber Achtung: Zu viel und der Teig wird nachher zu Gummi – niemand will das!
1 Ei zur Sicherheit erst nur das Eigelb verwenden. Nur wenn der Teig nicht weich genug wird, darf das Eiweiß mit rein
1 Prise Salz wie gesagt zu einem homogenen Teig ohne große Kartoffelstücke verarbeiten und bei der Verwendung von Gries ca. 10 bis 15 Minuten ruhen lassen. Am Ende hat er am ehesten die Konsistenz von Rührteig, es sei denn, man hat ein glückliches Händchen für Mehlspeisen. Ich hatte es nicht und habe ziemlich lange an dem Teig gedoktert bis er taugte – bin halt nur ein Saupreuß'!
8 - 10 reife Aprikosen (je kleiner je lieber) halb aufschneiden, entkernen und mit je einem Stück
Würfelzucker füllen
In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen (NIEMALS zum Kochen!). Jetzt hilft eine gut arrangierter Arbeitsbereich: Teig inkl. ein Esslöffel zum Abstechen und die präparierten Aprikosen auf zwölf Uhr, zur einen Seite der Topf mit dem Wasser in richtiger Temperatur und einem Schaumlöffel. Zur anderen Seite eine Möglichkeit sich ausreichend die Hände anzufeuchten und zu säubern (z.B. die Spüle?) und ein Handtuch um den Hals.Jetzt pro Aprikose einen ordentlich gehäuften Esslöffel Teig auf die nasse Handfläche setzten, mit dem Löffel leicht breit drücken, eine Aprikose darauf setzen und jetzt "flott" versuchen, den Teig gleichmäßig um die Frucht zu schleimen, bevor der Teig einem erbarmungslos die Finger verklebt und das Obst immer noch nackig ist. Dann den Knödel mit Hilfe des Schaumlöffels in den Topf geleiten und hier gilt das eherne Gesetz aller Knödel: Was oben schwimmt ist fertig. Wer den Gries verwendet hat, darf dem Knödel aber noch 2 Minuten extra geben: um so fluffiger wird's!
Wer es bis hierher geschafft hat, der kann auch noch rasch 1 bis 2 Esslöffel Butter in einer Pfanne mit etwas Semmelbrösel und einem Spürchen Salz bräunen. Die kommen im Anschluss über die fertigen Knödel zusammen mit braunem Zucker und Zimt nach Belieben.
Warum man sich das alles antun sollte? Der Geschmack ist so genial wie einfach: Schließlich ist das einzig Süße der mittlerweile geschmolzene Zuckerwürfel in der zwar aromatischen, aber eher säuerlichen Aprikose. Der Teig schmeckt aber eher herzhaft-kartoffelig, zusammen ist das einfach großartig!
Viel Spaß und... enjoy!


Ohhhhhhh das sieht aber verdammt lecker aus!
AntwortenLöschenMann, Mann, Mann!
Liebe Grüße
Nadine