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4. Dezember 2011

Thumb- Print Plätzchen

Es wird wirklich Zeit für die ersten Plätzchen der Saison - schließlich ist heute der zweite Advent! Damit das ganze aber nicht in Stress ausartet, habe ich mit einem ganz fixen Rezept angefangen, das aber alles bietet, was ein gutes Weihnachtsplätzchen eben bieten muss: Es ist knusprig, es ist buttrig und es glänzt was Rotes drauf. So! Das Rezept ergibt eine überschaubare Single-Menge (ein Blech mit ca. 25 Plätzchen). Jeder Mensch mit familien-artigem Anhang sollte es besser verdoppeln.
125 g Mehl
35 g Zucker
1 Prise Salz
abgeriebene Schale einer halben Zitrone
65 g Butter und1 Eigelb zu einem Mürbeteig verarbeiten. Am besten mit den Händen, da der Teig ziemlich krümelig ist und einem mit dem Handrührgerät nur die Bröckchen um die Ohren fliegen (ich weiß, wovon ich rede!). Den Teig zu einer Kugel formen, in Klarsichtfolie einschlagen und etwas eine Stunde im Kühlschrank ignorieren... Anschließend den Teig zu einer oder zwei Rollen etwas im Durchmesser eines 2-Euro-Stücks rollen und in ca. 1,5 cm dicke Scheiben schneiden. Die dann zu Kugeln rollen und den "Thumb Print", also den Daumenabdruck hinterlassen. Ich habe allerdings echt dicke Daumen, deshalb nehme ich den Zeigefinger, außerdem ist es ratsam, nicht mit einem festen Drücker die Kugel zu "sprengen" (die Ränder reißen schnell auf), sondern in mehreren Anläufen eine adrette Kuhle in der Kugel zu hinterlassen. Dort hinein kommt nämlich das Johannisbeergelee das für den festlichen Glanz sorgt.


Im vorgeheizten Ofen bei 200° C etwa 12 Minuten backen. Wer anfangs mit dem Gelee sehr sparsam umgegangen ist und nun feststellt, das kaum noch etwas da ist, kann mit erhitztem, flüssigen Gelee auch noch mal nachfüllen...
Einen frohen zweiten Advent und: Enjoy!



11. November 2011

Mamas Zwiebelkuchen

... müsste eigentlich Mamas-altes-Sanella-Schulkochbuch-Zwiebelkuchen heißen. Aber egal: es handelt sich um ein Rezept mit Tradition! Außerdem gibt es im Leben genügend schlechte Gründe zu weinen - das hier dagegen ist ein wirklich Guter! Wird Zeit dass es hier auftaucht, deshalb sei an dieser Stelle meiner entzückenden Kollegin Dank gesagt, die mich vorsichtig darauf ingewiesen hat, dass sie dieses Rezept am Wochenende backen will. Also Hase, hier ist es: Zuerst der Hefeteig, dafür
1/2 Würfel Hefe mit
1 Tl Honig in
1/8 ml warmem Wasser auflösen. In einer Schüssel
250 g Mehl und
1 Tl Salz mischen, die Hefemischung sowie
40 g weiche Butter zugeben, zu einem glatten Teig kneten und zugedeckt an einem warmen Ort gehen lassen.
Für die Füllung benötigt man eine erschreckende Menge Zwiebeln! Das habe ich zum Anlass genommen auszuprobieren, was ich immer wieder gelesen und als lächerlichste Ammenmärchen abgetan habe: Nach dem Schälen habe ich die halbierten Zwiebeln in ein Spülbecken mit kaltem Wasser gelegt und siehe da (im wahrsten Sinne des Wortes), beim Schneiden ist tatsächlich keine nennenswerte Träne mehr geflossen - verdammt nah am Weltfrieden! Die Füllung also:
1,5 kg Zwiebeln in Ringe schneiden und in
2 El Butter bei mittlerer Hitze glasig dünsten und mit
Salz, Pfeffer und Kümmel (ganz, nicht gemahlener und ruhig richtig ordentlich! Ich nehme ca. 2 El - euer Bauch wird sich bedanken!) würzen. Etwas abkühlen lassen und dann
3 Eier und
150 g Schmand unterrühren. Jetzt eine Springform einfetten, ausbröseln, den Teig entsprechend groß ausrollen und die Form damit ausleihen. Die Zwiebelmischung einfüllen, glattstreichen und mit
150 g Schinkenwürfeln betreuen. Veggie-Leute werden darauf natürlich verzichten, ich würde aber raten stattdessen z.B. gehackten Salbei oder noch besser Rosemarie darüber zu streuen. Für den Kick...Bei 200 °C für ein Stündchen backen...
Bester Zwiebelkuchen ever! Enjoy!

9. November 2011

Broccoli "Teriyaki- Style"

Mein Broccoli schrie dringend nach Vertilgung und gedanklich hatte ich schon länger mit ätzend-trocken und missratenen Nudelaufläufen zu tun, da kam mir heute auf dem Heimweg dieser Asia-Gedanke – geschmacklich kann man ja ein bißchen Pepp gebrauchen, wo es jetzt so furchtbar früh dunkel wird!
Ich habe also Folgendes probiert und für tauglich erachtet (taugen tut es in dieser Menge übrigens als Hauptgericht für eine Person oder als Beilage, vielleicht mit Wok-Nudeln oder einem hübsches Fisch?, für Zwei):

1 kleiner Broccoli in Röschen zerteilen und in leicht gesalzenem Wasser ca. 5 Minuten blanchieren. In der Zwischenzeit
1/2 Tasse (kein Becher!) Sojasoße mit
1 bis 2 Tl Honig in eine große Pfanne geben, dazu
2 cm frischer Ingwer in kleinen Stiften
1 Knoblauchzehe fein gehackt
1 rote Chilli in dünnen Ringeln solange das Wasser braucht um heiß zu werden und bis der Broccoli fertig blanchiert ist bei mittlerer Hitze reduzieren lassen. Anschließend den Broccoli abgießen und mit in die Pfanne geben. Gut mit der Soße vermischen und zum krönenden Abschluss mit
1 kleinen Hand voll zerstoßener Erdnüsse bestreuen.

Mann, mann, mann! Wenn nach 15 Minuten das Essen auf dem Tisch steht, kann sich doch echt niemand beklagen, oder? Enjoy! 

31. Oktober 2011

Kürbis(s)-Suppe "Oriental"

Gestern war Halloween und für meinen Cousin ist das so eine Art Nationalfeiertag... Weil seine Verlobte und er ihren Besuch angekündigt hatten, war diese Kürbissuppe quasi eine Pflichtübung. Ich koche sie seit Jahren auf diese Art, weil ich finde, dass orientalische Gewürze einem Kürbis wesentlich mehr schmeicheln, als die deutsche Küche...
800 g Hokaido-Kürbis entkernt und in gleich große Stücke geschnitten (ich nehme immer Hokkaido, weil die Farbe sensationell ist und man ihn NICHT schälen muss!) in
1 l Wasser mit
1 Zwiebel gewürfelt
3 Tl Hühnerbrühe und
1 rote Chilli mindestens 40 Minuten gar kochen. Weich wird der Kürbis schneller, allerdings setzen sich Flüssigkeit und Fruchtfleisch nach dem pürieren der Suppe schnell voneinander ab, wenn der Kürbis nicht richtig ordentlich durchgekocht wurde. Ich rate daher den Topf ruhig für ein Stündchen auf dem Herd bei kleiner Flamme zu vergessen und die Suppe dann mit einem Pürierstab zu bearbeiten.
Anschließend mit

1 Tl Curry (wenn möglich keine oppulente Madras-Mischung, sondern lieber eine schärfere, helle Thai-Mischung)
1/2 Tl gemahlener Coriander
1 Tl gemahlener Kreuzkümmel
Saft einer 1/2 Zitrone und
Salz abschmecken

Vor dem Servieren kann man Topf oder Teller noch mal mit einem Schlenker Sahne beglücken – sieht schön aus, muss aber nicht sein.


Enjoy!

30. Oktober 2011

Mutters Birnenkuchen

... ist eigentlich gar nicht ihrer, sondern der ihrer Nachbarin. Macht aber nix, er ist einfach und doch genial und, wie ich finde, das Beste, was man aus Birnen und Kuchen machen kann! Für eine normal große Springform macht man zuerst einen Rührteig:
125 g Butter mit
125 g Zucker und
2 Eier glatt rühren, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann
250 g Mehl mit
1/2 Päckchen Backpulver vermischt
1 Priese Salz und
100 ml Milch zu einem hübschen, geschmeidigen Teig verrühren, der, so würde es jetzt in den alten Schulkochbüchern meiner Mutter heißen, "zäh vom Löffel reißt". Tja. Mag komisch klingen, ist aber richtig. Diesen Teig also in die gefettete und bebröselte (entweder mit Mehl, Semmelbröseln oder, wie meine Oma das gemacht hat, mit Gries) Springform füllen und etwas glatt streichen.

1 kg reife Birnen schälen, entkernen und je nach Größe halbiert (reicht bei den meisten Birnen vom Baum) oder geviertelt (bei den Trümmern aus dem Supermarkt) gleichmäßig dicht auf dem Teig verteilen. Anschließend bei 180 °C für 30 bis 45 Minuten backen. Die Zeit ist immer abhängig davon, wie saftig die Birnen so sind, aber mit dem Hölzchentest findet man leicht heraus, wann der Teig "durch" ist. Jetzt kommt der Clou - bisher ist es ja bloß ein ganz ordinärer Kuchen: Der noch warme Kuchen wird mit 
mindestens (!) 3 El Cognac getränkt und sofort (!) mit einer Glasur aus
1/2 Tafel dunklen Schokolade und
2 El Butter, beides im Wassermann geschmolzener und glatt gerührt, "versiegelt" - damit auch nichts von dem guten Geist verloren geht...
Enjoy!


27. Oktober 2011

Risotto mit Pfifferlingen und Aprikosen

Das sagenhaft schöne Herbstwetter schreit ja geradezu nach einem guten Pilzrisotto. In der Oktoberausgabe der "Lust auf Genuss" habe ich auch prompt eine verlockende Version gefunden, die mir allerdings unnötig kompliziert schien. Hier ist meine Variante, die für zwei bis drei Personen reicht, je nach Hunger...


1 Zwiebel klein gehackt
1 Knoblauchzehe ebenfalls klein gehackt
250 g geputzte Pfifferlinge (die ganz großen Kameraden evtl. halbieren) in
2 El Olivenöl ca. 5 Minuten anbraten.
250 g Risotto-Reis mit in die Pfanne geben und ca. 5 Minuten weiter braten, dann mit
einem Schuss Sojasoße und
150 ml Weißwein ablöschen und nach und nach mit
750 ml Gemüsebrühe angießen, bis der Reis nach 20 bis 30 Minuten keine weitere Flüssigkeit mehr aufnimmt und das Risotto eine hübsch cremig-schleimige Konsistenz hat. Etwa 10 Minuten vor Schluss1 Hand voll getrockneter Aprikosen klein gewürfelt,
30 g Parmesan und
2 El Salbei gehackt unterrühren und mit
Salz und frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer abschmecken.
Enjoy!

15. Oktober 2011

Double Choc Cookies

Bei meinem London-Trip am vergangenen Wochenende war ich wieder einmal umgeben von riesigen, nahezu perfekten Cookies. Klar sind die nach amerikanischem Vorbild gebacken – da mache ich mir gar nichts vor – aber die USA eignen sich nun mal nicht für einen Kurztrip und so reichte London, um mich in den Wahnsinn zu treiben mit der Frage: Wie machen die das nur? Ich habe also unzählige Rezepte verquirlt, die Quersumme gebildet und daraus die Wurzel gezogen... das Ergebnis ist dieses Rezept, mit dem ich schon ziemlich zufrieden bin (abgesehen davon, dass ich sie doch noch zu lange gebacken habe. Hier im Rezept habe ich die Backzeit schon verkürzt... Versuch macht kluch!) Diese Menge hier reicht für ein Blech. Ich setze darauf fünf gigantische the-bigger-the-better-Teigbatzen, um so mehr hat man pro Cookie von diesem weichen chewy-Anteil, der einen Cookie zum Cookie macht (unter anderem).
100 g Butter mit
1/2 Tl Salz
125 g Zucker (der darf auch gerne zur Hälfte braun sein)
1 Pk Vanillezucker und
1 Ei mixen, bis sich der Zucker gelöst hat. Dann
140 g Mehl mit
1 gehäuften Tl Natron (NIEMALS Backpulver!) und
3-4 El Kakao mischen und zu einem Teig verrühren. Anschließend noch
100 g wirklich dunkle Schokolade (z.B. 75%) groß hacken und unterrühren.
Mit größtmöglichem Abstand z.B. fünf Teigbatzen (einfach aufhäufen, nicht plattdrücken) auf dem Backblech verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 180 °C 12 Minuten backen. Wenn die Cookies aus dem Ofen kommen müssen sie noch ziemlich weich sein! Noch fünf Minuten auf dem Blech ausruhen lassen und dann vorsichtig und besonders liebevoll auf einem Kuchengitter auskühlen lassen. Enjoy!



21. September 2011

Crespelle mit Tomaten- Paprika- Füllung

Was für ein Stress! Unglaublich, dass ich mit meinen Beiträgen so hinterher bin! Apropos Stress, mein letztes tgif-Essen ist gut bei und gegen Stress: Es lässt sich gut vorbereiten, schmeckt fein und Gorgonzola spielt auch noch eine Rolle...


Als erstes habe ich den Pfannkuchenteig vorbereitet. Und zwar schon morgens beim Aufstehen, das ging ganz fix und der Teig hatte bis zum Abend genügend Zeit aus zu quellen und ließ sich super verarbeiten.
Für 3 (wie immer hungrige) Mäuler braucht man:
3 Eier
125 ml Milch
125 g Mehl
1 Prise Salz zu einem glatten Teig verarbeiten und ausreichend quellen lassen. Anschließend in einer kleinen Pfanne zu Pfannkuchen mit ca. 2 bis 3 mm Dicke ausbacken. Parallel (oder wie immer man Zeit und Lust hat) kann man die Füllung zubereiten. Dazu
2 Knoblauchzehen gehackt und
1 rote Zwiebel gehackt  in
1 El Olivenöl bei mittlerer Hitze weich braten, anschließend
8 große Eiertomaten in Würfeln (Flaschentomaten heißen die wohl auch, auf jeden Fall eine Sorte mit wenig Kernen und Glibber)
3 spitze rote Paprika in Würfeln
1 Bund Lauchzwiebeln in Ringeln 
1 großzügiger Schlenker guter Balsamico 
schwarzer Pfeffer
1 Chillie sehr (!) klein gehackt 
1 Lorbeerblatt
1 El Zucker und
1 Tl Salz zu einer dicklichen Soße ohne viel Flüssigkeit einkochen lassen und am Ende
3 El gehackten Salbei untermischen und noch mal abschmecken.
Eine Auflaufform fetten und die Pfannkuchen mit jeweils 1 bis 2 Esslöffeln Soße bestreichen, aufrollen und hübsch eng in der Form verstauen. Am Ende die restliche Soße auf der Oberfläche verteilen und mit
125 g Gorgonzola (mehr oder weniger nach Belieben) bestreuen und bei 200° C etwa 20 Minuten überbacken. Enjoy!

4. September 2011

Kürbis- Makkaroni- Auflauf

Der tgif-Club feierte den ersten Kürbis der Saison (aus eigenem Anbau!) mit einem Jamie-Oliver-Remake.
Remake, weil es einfach nicht immer ein Pfund Butter Oder Mascarpone sein muss... (Ach, halt die Klappe Jamie!). Wir haben zu dritt gegessen, was eigentlich auch für vier reichen würde:
1 kleiner bis mittlerer Hokkaido (der hat so eine tolle Farbe und muss nicht geschält werden) gewaschen, entkernt und in handliche Stücke geschnitten (ca. 4-5 cm) mit
100 ml Wasser
3 Knoblauchzehen
Salz, schwarzer Pfeffer
1 Chillieschote und
etwas Zimt ca. 20 bis 30 Minuten weich köcheln lassen und anschließend pürieren, etwas abkühlen lassen und dann
1 Becher saure Sahne,
50 g geriebener Parmesan und
250 ml Milch unterrühren, noch mal mit Salz und Pfeffer abschmecken.500 g kurze Makkaroni in der Zwischenzeit gar kochen, die Kürbismischung unterziehen und in eine gefettete Auflaufform geben.
125 g Schinkenwürfel in einer trockenen Pfanne anbraten
2-3 Scheiben Toast, Weiß- oder Graubrot (altbackenes Brot ist herzlich willkommen!) klein bröseln, mit
3-4 Esslöffeln gehacktem Salbei, oder Rosmarin, oder die beiden gemischt mit dem Schinken knusprig braten und gleichmäßig über die Makkaroni verteilen. Zum Abschluss noch mal ein 
paar El Parmesan darüber streuen uns bei 200° C ca. 20 Minuten überbacken. Einfach göttlich und sorgt für tadellose Herbst-Vorfreude! Enjoy!
Wer sich wirklich bemüht, kann hier schemenhaft die Auflaufform und etwas Makkaroni erkennen.
Ganz deutlich wird aber mal, wie ungewöhnlich romantisch und gemütlich so ein tgi-friday im Abendrot
auf der Terrasse mit einem kühlen Glas Bardolino Chiaretto so ist! Der Wein ist aber auch wirklich zum
Verlieben – Mr. Reichlich und Mr. Veggie haben ihn von hier: http://www.cantinagorgo.com/deu/index.htm mitgebracht.

28. August 2011

Nigellas Chocolate Cake

Diese Schokoladentorte der göttlichen Nigella Lawson – Modell "denk einfach gar nicht darüber nach" – wollte ich schon immer mal backen. Als gestern mein Cousin und seine Verlobte die Einweihung ihrer neuen Büroräume gefeiert haben, gab es endlich einen würdigen Anlass und genügend Gäste, damit jeder nur ein Stück bekommt (was garantieren sollte, dass nachher niemand aus gesundheitlichen Gründe kollabiert). Tatsächlich ist der Teig ein absolutes Kinderspiel:
200 g Mehl
200 g Zucker
2 TL Backpulver
40 g Kakao
175 g Butter
2 Eier
1 Päcken Vanillezucker und
150 g saure Sahne per Handrührgerät oder Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig
verarbeiten.
Eine Springform mit 20 cm Durchmesser oder einen auf diese Größe eingestellten Tortenring mit Backpapier auskleiden. Da englische Kuchen ja typischerweise kleiner aber dafür höher sind, ist es praktisch, wenn man das Backpapier für die "Randverkleidung" ca. 5 bis 10 cm höher zuschneidet, damit es den Teig ggf. in Form hält, wenn er höher als das deutsche Normmaß aufgehen sollte. Der Kuchen kommt bei 180 °C für ca. 35 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Man sollte aber 10 Minuten vorher schon mal mit der Hölzchen-Probe beginnen. Falls kein Teig mehr hängen bleibt, darf der Kuchen auch schon früher raus. Er wird kopfüber auf ein Kuchengitter gestürzt, damit nachher beim "Verspachteln" die grade und glatte Seite oben ist. Nach ca. 5 bis 10 Minuten die Form entfernen und schön auskühlen lassen. In der Zeit kann man die Glasur vorbereiten:
75 g Butter und
175 g gute, dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen und glattrühren
300 g Puderzucker (Ja, ich weiß, das ist ein ganzes Päckchen – ich möchte nicht darüber sprechen!)
125 g saure Sahne (die rettet unsere Figur jetzt auch nicht mehr...) sowie
1 Päckchen Vanillezucker zu einer geschmeidigen Glasur ohne (!) Klümpchen verrühren. 
Das ist echt anstrengend und ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen: Nehmt das Handrührgerät oder eine unbezahlte Küchenhilfe, aber nicht den Schneebesen! Den ausgekühlten Kuchen halbieren und die Oberseite vorsichtig abheben. Dabei hilft zum Beispiel die Bodenplatte einer Springform oder etwas ähnlich glattes und flaches: Es handelt sich ja hier um einen beinahe ordinären Rührteig  und nicht um Bisquit, was bedeutet, das der Teig eher bröselt und bricht.
Die Unterseite bestreiche ich (wie Mama und nicht wie Nigella) erst einmal mit Orangenmarmelade und anschließend mit einem Drittel der Schokomasse. Dann kommt die Tortenoberseite zurück an Ort und Stelle und wird vorsichtig angedrückt. Ein weiteres Drittel der Glasur wird jetzt lässig (englisch – nicht deutsch) auf der Oberfläche verteilt und das letzte Drittel wird rundherum verspachtelt. Hier ist der Kuchen dann auch endlich kein Kinderspiel mehr: Die Glasur ist zu diesem Zeitpunkt noch recht weich und der Kuchen mit seiner Füllung ziemlich beweglich... Good luck!
Wer, wie ich gestern, vorhat, den Kuchen zu transportieren, sollte ihm eine Stunde Zeit geben. Die Glasur wird dann fester (Glücklicherweise ist da Puderzucker drin...) und die Torte bekommt eine weit mehr vertrauenerweckende Konstitution. Ich hätte mir eigentlich richtig kitschige Zuckerblüten für die Dekoration gewünscht, dann aber aus der Not eine geschmackliche Tugend gemacht und mit echten Rosenblättern garniert. Das ist für Augen, Nase und Mund ein echtes Highlight. Wer diesem Beispiel folgen möchte, dem sei gesagt: Englische Rosen – nicht Edelrosen. Nicht (nur) wegen des Prinzips, sondern tatsächlich aus Gründen der Essbarkeit. 
Blendet alle Gedanken die mit gesunder Ernährung, der Figur und der Frage "Habe ich da was am Mundwinkel?" zu tun haben einfach aus – Enjoy!

27. August 2011

Lavendel - Pannacotta mit Pfirsichpüree

Der tgi-Friday-Club hatte diese Woche Besuch! Damit wir zwei Personen zusätzlich satt bekommen, habe ich diesen Nachtisch (vor Jahren mal in der "lecker!") zubereitet, weil er zwar eigentlich ganz einfach ist, aber so ungewöhnlich schmeckt, dass man damit auf jeden Fall Eindruck macht! Außerdem hatten Mr. Veggie und Mr. Reichlich zum Hauptgang Orientalisches geplant und der Lavendel bildete einen grandiosen Abschluss... Für 5 Personen nehme man bitte:
500 ml Sahne
4 frische Lavendelstiele (mit Blüten)
1 halbe Vanilleschote (aufgeschnitten, damit die Kerne besser raus können)
50 g Zucker
3 Blatt Gelantine (in einer Schale Wasser quellen lassen)
Die Sahne köchelt mit dem Lavendel, Vanille und Zucker ca. 15 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze. Anschließend durch ein Sieb in eine Schüssel gießen. Die aufgeweichte Gelantine abschütten, mit 2 bis 3 Esslöffeln der heißen Sahne auflösen und dann in die Sahneschüssel einrühren. Die Pannacotta in 5 kalt ausgespülte Formen, Gläser oder was auch immer füllen, mit Frischhaltefolie verschließen und mindesten 6 Stunden in den Kühlschrank sperren. Für das Pfirsichpüree werden ganz einfach
2 reife Pfirsiche
1 El Zitronensaft und
1 El Zucker im Mixer püriert. Es empfiehlt sich, das kurz vor dem Servieren zu tun, denn das Püree wird an der Oberfläche, trotz Frischhaltefolie, schnell dunkel. 
Für den großen Auftritt die Formen mit der Pannacotta kurz in ein warmes Wasserbad halten, damit sie sich auf Teller stürzen lässt. Hier sollte man unbedingt mit Gefühl vorgehen: Auf keinen Fall heißes Wasser verwenden und lieber ein paar Mal probieren, ob sich die Pannacotta schon löst, als dass sie zu lange der Hitze ausgesetzt ist und die Gelantine – und damit die ganze schöne Nachspeise – die Fassung verliert... Am Ende einen kleinen Pfirsichspiegel anlegen und natürlich am allerliebsten mit frischen Lavendelblüten garnieren. Auf dieses i-Tüpfelchen mussten wir allerdings wegen der Wolkenbrüche verzichten. Geschmeckt hat es trotzdem. Enjoy!

23. August 2011

Pasta Carbonara - che bello!

Aus dem kleinen Hüftgold-ABC gab es heute die gute alte Carbonara. Eigentlich ist es viel zu warm dazu, aber wer am Wochenende Baiser backt, der muss auch sehen, wir er das Eigelb unter die Leute bringt, oder in diesem Fall: Unter die Pasta. Pro Person braucht man
1 Eigelb
50 ml Sahne
10 g Parmesan
1 El klein gehackter Salbei
1 Prise Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer alle zusammen gut mischen
Pasta al dente kochen und in der Zeit
30 g Schinkenwürfel und eine kleine, fein gehackte Knoblauchzehe in einer trockenen Pfanne anbraten.
Die fertige Pasta abtropfen lassen (aber nicht staubtrocken), zurück in den Topf geben, Schinkenwürfel, Knoblauch und die Ei-Sahne-Mischung darüber verteilen und gut (!) mischen. Am besten noch mal mit dem schwarzen Pfeffer drüber, das riecht einfach so gigantisch! 
Fehlt nur noch ein Glas Rotwein und dann: mangiare und enjoy!

22. August 2011

Himbeer- Schoko -Pavlova

Diesmal war es in Wirklichkeit ein tgi-sunday, aber Regeln sind ja bekanntlich da um gebrochen zu werden und der Anlass immerhin Grund genug: Mr. Reichlich und Mr. Veggie sind endlich aus dem Urlaub zurück – das verlangte nach einer opulenten Nachspeise! Das Orginalrezept der göttlich Nigella Lawson habe ich mal wieder halbiert und das war auch gut so. 
Wir haben dieses Machwerk zu dritt geschafft, hätten aber auch noch einen Gast aufnehmen können.

3 Eiweiß mit einer
Prise Salz steif schlagen und anschließend
150 g Zucker esslöffelweise dazugeben, bis ein sehr (!) fester Baiser entsteht
2 El Kakao
1 Tl Balsamico und 
25 g fein geraspelte dunkle Schokolade vorsichtig unterziehen
auf einem mit Backpapier ausgelegtem Blech eine ca. 3 bis 4 cm hohe Baiserplatte formen, Seiten und Oberfläche glatt streichen. Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C ca. 2 Stunden backen. Hier ist ein wenig Feingefühl gefragt: In Nigellas Rezept ist von einer Stunde die Rede. Zu dem Zeitpunkt sah die Meringue (so heißt der Baiser-Batzen) auf der Oberfläche top aus, allerdings klebte die Unterseite noch ganz weich am Backpapier und ich hätte den Baiser beinahe zertrümmert. Nach der doppelten Zeit war auch der Boden schön durchgetrocknet und die Oberfläche noch nicht braun – so wie es sein soll! Richtig und beabsichtigt ist es allerdings, dass das Innenleben des Baisers noch etwas weich ist, zusammenfällt (was man aber nicht sieht) und nachher ganz köstlich-klebrig ist. Nach dem Backen den Baiser unbedingt gut auskühlen lassen.
Kurz vor dem Servieren werden
250 ml Sahne mit wenig Zucker steif geschlagen
400 g Himbeeren und
3 El geraspelte dunkle Schokolade habe ich unter die Sahne gezogen und dann auf die Meringue getürmt. Geschmacklich einwandfrei, optisch aber ausbaufähig. Das nächste Mal werde ich Baiser, Sahne, Himbeeren und Schokoladenraspel hübsch aufeinander schichten und damit ist man dann schon verdammt nah an der Perfektion!
Ich hätte nie gedacht, dass Baiser so sehr nach Schokolade schmecken kann... aber er kann! Enjoy!


18. August 2011

Risotto mit Zucchini und Pilzen

Jahrelang hat mich dieses endlose Gewese darüber, dass ein Risotto ständig betreut, bewacht, begossen, ununterbrochen gerührt werden muss, es also mit andere Worten eine vollkommen unselbständige Nahrung darstellt, erfolgreich davon abgehalten es mal selbst zu probieren. Noch dazu war der Gedanke an warme Reispampe irgendwie auch nicht die Verlockendste... Irgendwann ist es dann einfach über mich gekommen: Es gab Risotto, und zwar zu meinen Bedingungen! Ich habe Dinge in die Pfanne geschmissen, habe den Reis anschließend ignoriert, missachtet, vergessen, verdrängt, mit Nichtachtung gestraft und wirklich nur ab und an gerührt und begossen – und siehe da! Es ward Risotto und instant-love. Mittlerweile ein nearly-once-a-week-must-have (natürlich in Varianten, ts!)
2 hungrige Personen brauchen diesmal:
220 g Arborio-Reis
125 g Champignons in Scheiben
2 kleine Zucchini geviertelt und in Scheiben
1 Zwiebel gehackt
1 El Olivenöl
bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten anbraten (ja! mit dem Reis!) und dann mit Schwung und 
125 ml Weißwein (hier war es jetzt grade ein Chardonnay) ablöschen
2 Tl Gemüsebrühe und
1 Tl Salz dazu, umrühren und erst mal, wie gesagt, gepflegt ignorieren. Ok, die Hitze dabei ein klein wenig runterdrehen... dann ab und an insgesamt  
600 ml Wasser einrühren (wenn euch zufällig grade danach ist – das Risotto hat hier gar nix zu sagen!). Das Risotto braucht ab hier ca. 25 bis 30 Minuten
1/2 Bund Basilikum mit
1 Knoblauchzehe und
40 g Parmesan am besten im Mixer oder sonst wie fein hacken, unter das fertige Risotto ziehen, Herd ausschalten, Wein nachschenken, sich selbst zuprosten, noch mal mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken – und was sonst noch etwa 5 Minuten dauert, damit sich das geniale Käse- und Kräuteraroma in der Pfanne verbreiten kann.
Um es mit den Worten meiner Nichte zu sagen: "Das ist einfach so geil schleimig!"... Recht hat sie! 
In diesem Sinne: Enjoy!

14. August 2011

Marillen- Knödel – die Haute Couture der Alpenküche

Dieses Gericht war immer ein Highlight in den Tirol-Urlauben meiner Kindheit! Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es so oft auf Speisekarten gestanden hätte. Es war viel mehr den riesigen Küchen unserer Gastgeber vorbehalten, in denen sich offenbar alles Privatleben abspielte, wo auf riesigen Holzöfen gekocht und gebacken wurde ohne dass etwas anbrannte (Man stelle sich das mal vor! Gelingt mir ja noch nicht einmal mit einem Elektroherd!) und man immer willkommen war. Marillenknödel gab es in unserem Fall, wenn die Schwägerin unserer Gastwirtin zu Besuch war: Barbara war (und ist es wohl immer noch) eine unbestrittene Mehlspeisen-Godess.
Da meine Mutter sich jetzt schon viele Male aus meinen "Anregungen", doch endlich mal wieder Marillenknödel zu machen, herausgeredet hat, musste ich es schließlich selbst einmal probieren bevor die letzten Aprikosen vom Markt verschwunden sind! Für alle Nachahmer sei hier gesagt: Kartoffelknödel-Teig hat immer eine niedrige Frustrations-Schwelle und daher sind alle Angaben für den Teig mit Vorsicht zu geniessen und sollten jeweils immer nur in Teilen verarbeitet werden, damit man nicht den Moment verpasst in dem der Teig wirklich gut... gewesen ist. Wer sich da unsicher ist, sollte das Rezept weiter empfehlen und sich einfach einladen lassen!
Für 2 Personen braucht man:
300 - 400 g mehlige (!) Kartoffeln, gekocht, ausgekühlt und krümmelig gestampft (wer glücklicher Besitzer einer Kartoffelpresse ist, mag diese verwenden)
150 - 200 g Mehl (ich neige in letzter Zeit bei allem was saftig oder klebrig ist (beides trifft hier zu) etwa 1/4 der Mehlmenge durch Gries zu ersetzen – wie Oma! Wenn man dem Teig nach dem Anrühren etwas Zeit gibt, quillt der Gries und entzieht der Teigmasse so etwas Flüssigkeit und macht das Endprodukt schön fluffig! Aber Achtung: Zu viel und der Teig wird nachher zu Gummi – niemand will das!
1 Ei zur Sicherheit erst nur das Eigelb verwenden. Nur wenn der Teig nicht weich genug wird, darf das Eiweiß mit rein
1 Prise Salz wie gesagt zu einem homogenen Teig ohne große Kartoffelstücke verarbeiten und bei der Verwendung von Gries ca. 10 bis 15 Minuten ruhen lassen. Am Ende hat er am ehesten die Konsistenz von Rührteig, es sei denn, man hat ein glückliches Händchen für Mehlspeisen. Ich hatte es nicht und habe ziemlich lange an dem Teig gedoktert bis er taugte – bin halt nur ein Saupreuß'!
8 - 10 reife Aprikosen (je kleiner je lieber) halb aufschneiden, entkernen und mit je einem Stück
Würfelzucker füllen
In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen (NIEMALS zum Kochen!). Jetzt hilft eine gut arrangierter Arbeitsbereich: Teig inkl. ein Esslöffel zum Abstechen und die präparierten Aprikosen auf zwölf Uhr, zur einen Seite der Topf mit dem Wasser in richtiger Temperatur und einem Schaumlöffel. Zur anderen Seite eine Möglichkeit sich ausreichend die Hände anzufeuchten und zu säubern (z.B. die Spüle?) und ein Handtuch um den Hals.
Jetzt pro Aprikose einen ordentlich gehäuften Esslöffel Teig auf die nasse Handfläche setzten, mit dem Löffel leicht breit drücken, eine Aprikose darauf setzen und jetzt "flott" versuchen, den Teig gleichmäßig um die Frucht zu schleimen, bevor der Teig einem erbarmungslos die Finger verklebt und das Obst immer noch nackig ist. Dann den Knödel mit Hilfe des Schaumlöffels in den Topf geleiten und hier gilt das eherne Gesetz aller Knödel: Was oben schwimmt ist fertig. Wer den Gries verwendet hat, darf dem Knödel aber noch 2 Minuten extra geben: um so fluffiger wird's!
Wer es bis hierher geschafft hat, der kann auch noch rasch 1 bis 2 Esslöffel Butter in einer Pfanne mit etwas Semmelbrösel und einem Spürchen Salz bräunen. Die kommen im Anschluss über die fertigen Knödel zusammen mit braunem Zucker und Zimt nach Belieben. 
Warum man sich das alles antun sollte? Der Geschmack ist so genial wie einfach: Schließlich ist das einzig Süße der mittlerweile geschmolzene Zuckerwürfel in der zwar aromatischen, aber eher säuerlichen Aprikose. Der Teig schmeckt aber eher herzhaft-kartoffelig, zusammen ist das einfach großartig!
Viel Spaß und... enjoy!

9. August 2011

süße Ricotta- Tomatensoße zur Pasta

"Diese ist die absolut beste aller je da gewesenen besten Pastasoßen!" Ach, halt die Klappe Jamie! Diese Tomatensoße gehört mittlerweile in meine Top-3, hm, auf jeden Fall aber in die Top-5 meiner Pastasoßen (es fallen einem ja so viele gute Sachen ein, wenn man erst einmal darüber nachdenkt...)! Sie schmeckt einfach so wahnsinnig kuschelig, ein bißchen nach Kindheit, einschmeichelnd und unschuldig sahnig. Unschuldig zu Recht, da sie zwar nach Sahne schmeckt, in Wirklichkeit aber kaum Fett vorzuweisen hat – aber wen interessiert das schon! Diese Portion taugt für 3-4 Personen. Weniger mache ich nie, da der angebrochene Ricotta ja nicht unter die Räder kommen soll und sie sich außerdem gut einfrieren lässt.
3 Dosen stückige Tomaten (nein Jamie, es muss nicht die teuerste, aber original italienische Sorte aus dem original italienischen Delikatessenladen deines besten Freundes sein!)
1 1/2 Tl Salz
1 1/2 El Zucker (wer das viel findet sei auf den Zuckergehalt von Fertiggerichten hingewiesen – also bitte Leute!)
3 El guter Balsamico (ok Jamie, der sollte diesmal wirklich gut sein, damit meine ich, er soll weich und süß wie Balsamico schmecken und nicht scharf und ätzend wie Essig, der nur zufällig etwas dunkler geraten ist. Den auf dem Foto kann ich sehr empfehlen und er ist auch noch erschwinglich!)
zusammen in einer großen Pfanne bei mittlerer, später kleiner Hitze köcheln lassen. Tatsächlich ohne Öl oder ähnliches. Damit Geschmack und Konsistenz stimmen, lasse ich die Soße immer richtig lange auf dem Herd: Minimum sind 45 Minuten, gerne aber um einiges länger!
Wenn euch die Konsistenz der Soße gefällt und die Pasta in 5 bis 10 Minuten fertig ist kommen
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (nach Belieben)
1/2 Bund gehacktes Basilikum und der
125 g Ricotta in die Soße.
So umrühren, dass von dem Ricotta noch "Batzen" übrig bleiben. Die Soße soll erstens nicht rosa und nach organischen Abfällen aussehen, zweitens schmeckt es auch schöner, wenn man nachher auf eine Ricotta-Insel stößt... Tja. Das war's diesmal schon. Wieder einmal ist der Beweis erbracht, dass die einfach Dinge auch oft die besten sind!
Enjoy!

5. August 2011

Bhaji - Gemüsecurry

Nein, ich habe nicht grade "indische Woche" – oder... doch, eigentlich schon. Für mich als Gemüsemuffel ist die indische Küche die attraktivste Lösung, mich mit Gemüse einzulassen (wenn man vermeiden will, einen schweren Hollandaise-Schock zu erleiden...). Und da momentan einfach alles auf einmal in den Topf oder die Pfanne will, ist dieses Bhaji eine perfekte Lösung, weil man immer wieder andere Gemüsesorten kombinieren kann. Noch dazu braucht man, ganz untypisch für die indische Küche, weder aufwendige Gewürzmischungen, noch viel Zeit!


Für ca. 3 Portionen (einfrieren und aufwärmen klappt sehr gut) nehme ich:


5-6 große Kartoffeln mit Schale und in Achtel geschnitten 
1/2 Spitzkohl halbiert und in 2 cm breite Streifen geschnitten
1 Aubergine geviertelt und in 1 cm breite Streifen geschnitten
4 Stangen Lauch in Ringeln
5 Tomaten in Achtel geschnitten
3 gehackte Knoblauchzehen in 2 EL Öl bei mittlerer Hitze weich braten und anschließend die Kartoffelstücke zufügen und mitbraten. Weil die Kartoffeln eine längere Garzeit benötigen, bekommen sie 10-15 Minuten Vorsprung, bevor Ihnen das restliche Gemüse in die Pfanne folgt...
In der Zwischenzeit kann man die restlichen Gewürze vorbereiten:
2 Tl Curcuma
1 grüne Chilli in Ringeln
1 rote Chilli in Ringeln (wenn eine Farbe grade ausgegangen ist, tun es auch 2 Chilli von einer Sorte)
1 El Salz 
Wenn die Kartoffeln nach 10 - 15 Minuten halb gegart sind, kommt in einem Schwung alles restliche Gemüse und die Gewürze in die Pfanne. An dieser Stelle sei noch gesagt: Wer, wie hier, derart sperriges Gemüse verwendet, sollte sich vorher überlegen, ob seine Pfanne groß genug ist. Alles andere ist wirklich... unschön!
Das Gericht gart dann noch ca. 20 Minuten weiter, abhängig davon, ob die Kartoffeln schon gar sind und wie viel Biss das restliche Gemüse haben soll. Zuletzt noch mal mit Salz abschmecken und mit frischem gehackten

Koriander oder Minze bestreuen. Klar, diese Kräuter sind sich alles andere als ähnlich, wichtig ist, das etwas frisches und "ätherisches" mit wirklich frischer Note oben drüber kommt – und Basilikum darf heute mal nicht mitspielen! :D  Enjoy!

31. Juli 2011

Fischcurry aus Goa

Mein lieber Cousin mag diese Fischcurry furchtbar gerne. Gestern Abend habe ich die Gelegenheit genutzt und beim Kochen mal mitgeschrieben. Vielleicht ist er dann beim nächsten der Koch und ich der Gast?
Das original Rezept stammt aus einem kleinen indischen Kochbuch aus dem dahingeschiedenen Könemann Verlag. Ich koche es etwas anders – ich brauche mehr Soße! Ach so, das sollte vielleicht noch gesagt werden: Im Allgemeinen sind Currie aus Goa sehr exotisch (wie dieses hier) und sehr scharf (wie dieses hier). Ich meine scharf, so richtig. Wer mit den Chilli-Mengen überfordert ist, kann sie also erstmal getrost halbieren. Für 2 Portionen nehme ich 
2 große Pangasius Filets die während der Vorbereitung schon mal mit dem Saft einer 
1/2 Zitrone ziehen können
2 El Kokosflocken in etwas Wasser quellen lassen 
In einem Mörser (sehr authentisch) viel einfacher aber in einem Mixer bereite ich eine Paste aus
2 getrockneten roten Chillis
1/2 Tl Koriander (Pulver)
1 Tl Cumin (Kreuzkümmel)
4 Knoblauchzehen und
1 1/2 Tl Salz
In einer großen Pfanne werden dann
2 gehackte Zwiebeln in 
1 El Öl weich und hellbraun gebraten. 
Anschließend die Temperatur reduzieren und die Curry-Paste mit in die Pfanne geben. Ca. 2-3 Minuten mit braten und ab und an mit etwas Wasser besprenkeln damit sie nicht zu dunkel wird oder in der Pfanne ansetzt – die Gewürze könnten bei zu großer Hitze leicht bitter werden. Die Paste mit
1 Dose stückige Tomaten
6 Strauchtomaten und dem Saft einer
1/2 Zitrone ablöschen
3 grüne Chilli in Ringen und die aufgeweichten Kokosflocken dazugeben und die Soße etwa 10 Minuten einköcheln lassen.
Noch mal abschmecken, ob das mit dem Salz stimmt, dann die Pangasiusfilets in ca. 3 cm breite streifen schneiden und in die Soße legen. Jetzt bitte kein Gehampel mehr in der Pfanne, der Fisch ist durch den Zitronensaft schon ziemlich mürbe und geht sehr schnell kaputt – nicht schön!. Auf ganz kleine Flamme stellen und den Fisch gar ziehen lassen. Nach 5 Minuten die Fischstücke vorsichtig (!) einmal wenden. Nach weiteren 10 Minuten sollte der Fisch gar sein, wer die Soße aber z.B. noch etwas reduzieren lassen möchte, kann dies gerne tun.
Serviert wird das ganze (wenn verfügbar) mit ein paar frischen Korianderblättchen, einem Bierchen und Naan-Brot oder Reis. Schönem Quellreis, nichts von wegen Parboiled oder so! Ach, ich schreib's einfach mit auf! Für 2 Personen nehme ich
3 Hände voll Basmatireis (gehäuft)
1 Tl Salz und
4 grüne Kardamomkapseln (wegen des Geschmacks)
Den Reis im Topf schütteln, bis er gleichmäßig verteilt ist und jetzt genau so viel Wasser dazugeben, dass es die doppelte Höhe erreicht, z.B.: der Reis liegt 1 cm hoch, dann nimmt man so viel Wasser, dass der Pegel auf insgesamt 2 cm steigt. Es schadet nicht, wenn der Reis vor dem Kochen schon mal etwas vorquellen darf, ist aber kein Muss. Den Topf also auf die Platte, die Platte auf Maximum und wenn es richtig kocht die Platte ausstellen und auf jeden Fall den Deckel drauf lassen. Kein Rühren! Kein Nachschauen! Kein Abschütten! Der Reis ist nachher einfach fertig – it's amazing!


This is for you, altes Plüschohr! Enjoy! 
Und ich sage es gerne noch einmal: Goa = scharf! :)


30. Juli 2011

gebackene rote Bete und gefülltes Brot

TGI-Friday is(s)t mediterran...
Gestern Abend war es nach mehrmaligen Ausnahmen und Umständen endlich mal wieder so weit. Und weil Mr. Veggie und Mr. Reichlich in Urlaub fahren und dies unser letzter Abend für entsetzliche drei (!) Wochen war, galt es, ein adäquates Abendmahl zu zaubern!
Rote Bete haben ja grade Saison und zusammen mit den frischen Kräutern entwickelten sie ein tolles Aroma:
9 - 12 frische rote Bete (bei einer Größe zwischen Hühnerei und Tennisball so 3-4 pro Person) ca. 20 Minuten vorgaren und nach dem Abkühlen MIT GUMMIHANDSCHUHEN! häuten. Große Exemplare halbieren, damit die Sache mit der Garzeit stimmt... In eine Auflaufform 2 Bahnen Alufolie über Kreuz legen – so lang, das reichlich übersteht, damit man sie am Ende oben verschließen kann. Die rote Bete zusammen mit
2 El Olivenöl
10 El Balsamico
6 ungeschälte aber gequetschte Knoblauchzehen 
grobem Meersalz, schwarzem Pfeffer, 3 Lorbeerblättern und ein paar Zweiglein Tymian
in besagte Auflaufform geben, die Folie oben verschließen und 30 Minuten bei 200° C Ober- Unterhitze backen. So viel dazu. 
Für das gefüllte Brot einen Hefeteig ansetzen:
30 g Hefe und
1 El Zucker in
300 ml lauwarmem Wasser auflösen
600 g Mehl und
2 Tl Salz vermengen
Die Hefemischung und eine Kuhle im Mehl geben. Mit Knethaken nach und nach alles Mehl mit der Mischung zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und 45 min stehen lassen... an einem lauschigen Ort versteht sich! Nach dem Ruhepäuschen den Teig nachsichtig (!) zu einem Rechteck von 1/2 bis 1 cm ausrollen. 2/3 der Höhe bestreuen mit:
1/2 Bund grob gehacktem Basilikum
1/2 Bund grob gehacktem Salbei
10 geviertelten Kirschtomaten
1 Tasse gehackten getrockneten Tomaten und
100 g Ziegenfrischkäse
4 El Parmesan, außerdem Meersalz und schwarzem Pfeffer
Den Teig aufrollen so dass die Naht am Ende unten liegt. Irgendwie (?) auf ein Backblech in einen Kreis legen, die Enden ineinander schieben (pfui!) und einige Male tief einritzen. Nochmals für eine halbe Stunde gehen lassen und anschließend für 45 min bei 200° C Ober- Unterhitze backen (wie praktisch, dass die rote Bete genau so drauf ist...)


Als hätte er die Küchen-Düfte nach Kräutern und süßen, erdigen Aromen vor seiner inneren Nase gerochen (es gibt ja schließlich auch ein inneres Auge, also...), hatte Mr. Reichlich einen fantastischen Wein aus dem Piemont mitgebracht: Einen Nero d' Avola von La Ca' Növa – trocken, erdig, warm, würzig, einfach gigantisch! Alles zusammen war ein Traum und dem Anlass durchaus angemessen ;)


Danke ihr Lieben, es war mal wieder ein wundervoller Abend!

27. Juli 2011

Gefüllte Auberginen mit Feta

Ein ähnliches Rezept habe ich neulich auf marions-kochbuch.de gesehen. Weil ich diese Gericht nicht als Beilage (was aber gewiss nicht schlecht ist) sondern als Hauptgericht esse, habe ich mir gedacht: Ein wenig Käse kann ja nicht schaden – ich brauch' was in den Bauch! Und so geht's:
2 Auberginen waschen, halbieren und über Kreuz ca. 1 cm tief einritzen. Wegen eventueller Bitterstoffe mit Salz bestreuen, eine Viertel Stunde ziehen lassen und das Wasser abtupfen. Anschließend mit einem Küchenkrepp abtupfen und mit einem Löffel bis auf ca. 1 cm Wandstärke aushöhlen.
1 kleine Zucchini
350 g Tomaten und die
Auberginen-Innereien würfeln
2 Knoblauchzehen, 1 Chilli und 1/2 Bund Petersilie fein hacken
Den Ofen auf 200° C vorheizen, in einer Pfanne 1 EL Öl erhitzen und bei hoher Stufe die Auberginen-Schalen von allen Seiten anbraten, so dass sich die Färbung beginnt zu verändern (das wäre dann ein helleres Violett bevor es wieder... so richtig dunkel wird). Zum Schluss auch einmal auf die oberen Ränder legen und dort anbraten. Beim ersten Koch-Versuch habe ich das nicht gemacht und die Ränder wurden, weil sie kein Öl abbekommen hatten, im Ofen eher ledrig als weich: Nicht schön! Die Aubergienenhälften dann in eine Auflaufform oder ähnliches setzten (muss nicht gefettet werden!).
Jetzt das restliche Gemüse in die Pfanne, einmal scharf anbraten und dann auf mittlerer Hitze schalten. Die gehackten Gewürze zusammen mit
1 Tl Salz, 1 Tl Cumin (Kreuzkümmel) und schwarzem Pfeffer weiter schmoren, bis die Auberginenstücke weich sind. Nochmal abschmecken. Dann die Mischung in die Auberginenhälften verteilen, mit
100 g Feta bebröseln und ab in den Ofen für 30 Minuten. Yummy! 

26. Juli 2011

schneller Asia- Kohl

... passte gestern inklusive Aufessen in meine Home-Office-Mittagspause.
Ein Rezept gab's nicht, aber der kleine Spitzkohl wollte unbedingt gegessen werden...
1 kleiner Spitzkohl
1 rote Paprika
1 Knoblauchzehe
1 cm Ingwer (oder mehr)
1 kleine Chilli (na ja, nach Geschmack natürlich...)
in Streifen bzw. Stifte schneiden und in einer ordentlich heißen Pfanne anbraten in 
1 EL Pflanzenöl und mit
1/2 Tl chinesischem 5-Gewürze-Pulver würzen (je nach Intensität, die sind ja sehr unterschiedlich. Meins kommt aus dem Chinaladen und schmeckt unheimlich stark... chinesisch)
Wenn das Gemüse den richtigen Biss hat, mit 
Sojasoße ablöschen (das salzen hat sich hiermit erledigt) die Pfanne ausschalten und
1 bis 2 Eier darüber schlagen und grob unterziehen, stocken lassen, fertig! 
Geht doch nichts über das Gefühl, etwas Gesundes gegessen zu haben, das schmeckt ;)


24. Juli 2011

Monkeybread – Glück ist backbar!

Leute, Leute dieses Rezept verfolgt mich in meinen Tagträumen, seit ich es vor ca. 2 Wochen in diesem tollen Blog gelesen habe: http://katharinakochtsichumdiewelt.blogspot.com/2011/04/monkey-bread-oder-karamell-gewordener.html
Tja, und heute? Schau sich mal jemand dieses formidable Herbstwetter an... mitten im Juli! Also ga es für mich kein zurück. Seit dem Aufwachen war mir klar, dass heute ein Coach-Tag wird, den man ohne schlechtes Gewissen als solchen geniessen kann. Nichts lag also näher, als endlich dieses vielversprechende Rezept zu testen!
Obwohl ich als Single-Portion ohnehin nur ein 1/4-Rezept geplant hatte (es schien mir absolut sinnvoll, die Portion so übersichtlich zu halten, dass man sie auf jeden Fall warm kosten kann) hat mir die Verwirklichung dieses Traumes dann doch noch mal einiges abverlangt: Die Butter musste ich bei meinen Nachbarn pumpen und für die Hälfte Mehl bin ich noch ein paar Kilometer gefahren, um sie meinen Eltern aus dem Kreuz zu leiern...
Doch was soll ich sagen? Es war die Mühe 100 mal wert! Und es kam noch besser: Nicht nur hat dieses Rezept alle Vorstellungen übertroffen, nein, den Gipfel der fauler-Sonntag-Dekadenz habe ich erklommen, als ich feststellen musste, dass der leichte Rotwein mit dem Blümchen-Aroma (den ich aufgemacht hatte um fest zu stellen, oder er evtl. heute Abend zur Pasta passen könnte) das Ganze noch krönt... Am Nachmittag! Das muss man sich mal vorstellen. Lächerlich, unverantwortlich, verdorben, unbeherrscht, schlampig! Es war wunderbar! Ihr müsst es unbedingt auch backen! Nehmt für eine richtige Kuchenform den Link oben. Für alle, die klein anfangen möchten, schreibe ich hier noch mal meine Viertel-Version auf:
Vor dem Backen
150 g Mehl mit einer Messerspitze Salz mischen
70 ml Milch, 15 g Zucker und 1 El Butter erwärmen und
1/4 Würfel Hefe darin auflösen
anschließend gut mit dem Mehl zu einem geschmeidigen Teig verkneten und 30 min. ruhen lassen.
In der Zwischenzeit eine kleinere Backform einfetten und

50 g braunen Zucker mit 1/2 Tl Zimt mischen und
30 g Butter schmelzen 
Nach dem Backen




Den Teig anschließend in etwa Tischtennisball-große Kugel formen, mit Butter bepinseln, im Zimt-Zucker rollen und in die Form tuffen (damit meine ich, dass man spätesten die zweite Lage etwas festdrücken sollte, das Zeug geht noch mal enorm auf und die Dinger könnten beim Backen aus der Form hüpfen...nicht schön!).
Während der Teig in der Form noch mal für 30 min geht den Ofen auf 180°C Ober-Unterhitze vorheizen und dann für 20 bis 25 min backen. Dann 5 Minuten in der Form auskühlen lassen und stürzen, weil sonst der Karamell an der Form kleben bleibt. Danke Katharina, der Hinweis war Gold wert!
Wer das jetzt abkühlen lassen kann: Bitte... ich habe es sofort essen müssen und sage: Mama hat gelogen, das macht keine Bauchschmerzen, nur glücklich! In diesem Sinne...