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18. August 2011

Risotto mit Zucchini und Pilzen

Jahrelang hat mich dieses endlose Gewese darüber, dass ein Risotto ständig betreut, bewacht, begossen, ununterbrochen gerührt werden muss, es also mit andere Worten eine vollkommen unselbständige Nahrung darstellt, erfolgreich davon abgehalten es mal selbst zu probieren. Noch dazu war der Gedanke an warme Reispampe irgendwie auch nicht die Verlockendste... Irgendwann ist es dann einfach über mich gekommen: Es gab Risotto, und zwar zu meinen Bedingungen! Ich habe Dinge in die Pfanne geschmissen, habe den Reis anschließend ignoriert, missachtet, vergessen, verdrängt, mit Nichtachtung gestraft und wirklich nur ab und an gerührt und begossen – und siehe da! Es ward Risotto und instant-love. Mittlerweile ein nearly-once-a-week-must-have (natürlich in Varianten, ts!)
2 hungrige Personen brauchen diesmal:
220 g Arborio-Reis
125 g Champignons in Scheiben
2 kleine Zucchini geviertelt und in Scheiben
1 Zwiebel gehackt
1 El Olivenöl
bei mittlerer Hitze ca. 10 Minuten anbraten (ja! mit dem Reis!) und dann mit Schwung und 
125 ml Weißwein (hier war es jetzt grade ein Chardonnay) ablöschen
2 Tl Gemüsebrühe und
1 Tl Salz dazu, umrühren und erst mal, wie gesagt, gepflegt ignorieren. Ok, die Hitze dabei ein klein wenig runterdrehen... dann ab und an insgesamt  
600 ml Wasser einrühren (wenn euch zufällig grade danach ist – das Risotto hat hier gar nix zu sagen!). Das Risotto braucht ab hier ca. 25 bis 30 Minuten
1/2 Bund Basilikum mit
1 Knoblauchzehe und
40 g Parmesan am besten im Mixer oder sonst wie fein hacken, unter das fertige Risotto ziehen, Herd ausschalten, Wein nachschenken, sich selbst zuprosten, noch mal mit Salz und frisch gemahlenem schwarzem Pfeffer abschmecken – und was sonst noch etwa 5 Minuten dauert, damit sich das geniale Käse- und Kräuteraroma in der Pfanne verbreiten kann.
Um es mit den Worten meiner Nichte zu sagen: "Das ist einfach so geil schleimig!"... Recht hat sie! 
In diesem Sinne: Enjoy!

14. August 2011

Marillen- Knödel – die Haute Couture der Alpenküche

Dieses Gericht war immer ein Highlight in den Tirol-Urlauben meiner Kindheit! Ich kann mich gar nicht daran erinnern, dass es so oft auf Speisekarten gestanden hätte. Es war viel mehr den riesigen Küchen unserer Gastgeber vorbehalten, in denen sich offenbar alles Privatleben abspielte, wo auf riesigen Holzöfen gekocht und gebacken wurde ohne dass etwas anbrannte (Man stelle sich das mal vor! Gelingt mir ja noch nicht einmal mit einem Elektroherd!) und man immer willkommen war. Marillenknödel gab es in unserem Fall, wenn die Schwägerin unserer Gastwirtin zu Besuch war: Barbara war (und ist es wohl immer noch) eine unbestrittene Mehlspeisen-Godess.
Da meine Mutter sich jetzt schon viele Male aus meinen "Anregungen", doch endlich mal wieder Marillenknödel zu machen, herausgeredet hat, musste ich es schließlich selbst einmal probieren bevor die letzten Aprikosen vom Markt verschwunden sind! Für alle Nachahmer sei hier gesagt: Kartoffelknödel-Teig hat immer eine niedrige Frustrations-Schwelle und daher sind alle Angaben für den Teig mit Vorsicht zu geniessen und sollten jeweils immer nur in Teilen verarbeitet werden, damit man nicht den Moment verpasst in dem der Teig wirklich gut... gewesen ist. Wer sich da unsicher ist, sollte das Rezept weiter empfehlen und sich einfach einladen lassen!
Für 2 Personen braucht man:
300 - 400 g mehlige (!) Kartoffeln, gekocht, ausgekühlt und krümmelig gestampft (wer glücklicher Besitzer einer Kartoffelpresse ist, mag diese verwenden)
150 - 200 g Mehl (ich neige in letzter Zeit bei allem was saftig oder klebrig ist (beides trifft hier zu) etwa 1/4 der Mehlmenge durch Gries zu ersetzen – wie Oma! Wenn man dem Teig nach dem Anrühren etwas Zeit gibt, quillt der Gries und entzieht der Teigmasse so etwas Flüssigkeit und macht das Endprodukt schön fluffig! Aber Achtung: Zu viel und der Teig wird nachher zu Gummi – niemand will das!
1 Ei zur Sicherheit erst nur das Eigelb verwenden. Nur wenn der Teig nicht weich genug wird, darf das Eiweiß mit rein
1 Prise Salz wie gesagt zu einem homogenen Teig ohne große Kartoffelstücke verarbeiten und bei der Verwendung von Gries ca. 10 bis 15 Minuten ruhen lassen. Am Ende hat er am ehesten die Konsistenz von Rührteig, es sei denn, man hat ein glückliches Händchen für Mehlspeisen. Ich hatte es nicht und habe ziemlich lange an dem Teig gedoktert bis er taugte – bin halt nur ein Saupreuß'!
8 - 10 reife Aprikosen (je kleiner je lieber) halb aufschneiden, entkernen und mit je einem Stück
Würfelzucker füllen
In einem großen Topf Wasser zum Sieden bringen (NIEMALS zum Kochen!). Jetzt hilft eine gut arrangierter Arbeitsbereich: Teig inkl. ein Esslöffel zum Abstechen und die präparierten Aprikosen auf zwölf Uhr, zur einen Seite der Topf mit dem Wasser in richtiger Temperatur und einem Schaumlöffel. Zur anderen Seite eine Möglichkeit sich ausreichend die Hände anzufeuchten und zu säubern (z.B. die Spüle?) und ein Handtuch um den Hals.
Jetzt pro Aprikose einen ordentlich gehäuften Esslöffel Teig auf die nasse Handfläche setzten, mit dem Löffel leicht breit drücken, eine Aprikose darauf setzen und jetzt "flott" versuchen, den Teig gleichmäßig um die Frucht zu schleimen, bevor der Teig einem erbarmungslos die Finger verklebt und das Obst immer noch nackig ist. Dann den Knödel mit Hilfe des Schaumlöffels in den Topf geleiten und hier gilt das eherne Gesetz aller Knödel: Was oben schwimmt ist fertig. Wer den Gries verwendet hat, darf dem Knödel aber noch 2 Minuten extra geben: um so fluffiger wird's!
Wer es bis hierher geschafft hat, der kann auch noch rasch 1 bis 2 Esslöffel Butter in einer Pfanne mit etwas Semmelbrösel und einem Spürchen Salz bräunen. Die kommen im Anschluss über die fertigen Knödel zusammen mit braunem Zucker und Zimt nach Belieben. 
Warum man sich das alles antun sollte? Der Geschmack ist so genial wie einfach: Schließlich ist das einzig Süße der mittlerweile geschmolzene Zuckerwürfel in der zwar aromatischen, aber eher säuerlichen Aprikose. Der Teig schmeckt aber eher herzhaft-kartoffelig, zusammen ist das einfach großartig!
Viel Spaß und... enjoy!

9. August 2011

süße Ricotta- Tomatensoße zur Pasta

"Diese ist die absolut beste aller je da gewesenen besten Pastasoßen!" Ach, halt die Klappe Jamie! Diese Tomatensoße gehört mittlerweile in meine Top-3, hm, auf jeden Fall aber in die Top-5 meiner Pastasoßen (es fallen einem ja so viele gute Sachen ein, wenn man erst einmal darüber nachdenkt...)! Sie schmeckt einfach so wahnsinnig kuschelig, ein bißchen nach Kindheit, einschmeichelnd und unschuldig sahnig. Unschuldig zu Recht, da sie zwar nach Sahne schmeckt, in Wirklichkeit aber kaum Fett vorzuweisen hat – aber wen interessiert das schon! Diese Portion taugt für 3-4 Personen. Weniger mache ich nie, da der angebrochene Ricotta ja nicht unter die Räder kommen soll und sie sich außerdem gut einfrieren lässt.
3 Dosen stückige Tomaten (nein Jamie, es muss nicht die teuerste, aber original italienische Sorte aus dem original italienischen Delikatessenladen deines besten Freundes sein!)
1 1/2 Tl Salz
1 1/2 El Zucker (wer das viel findet sei auf den Zuckergehalt von Fertiggerichten hingewiesen – also bitte Leute!)
3 El guter Balsamico (ok Jamie, der sollte diesmal wirklich gut sein, damit meine ich, er soll weich und süß wie Balsamico schmecken und nicht scharf und ätzend wie Essig, der nur zufällig etwas dunkler geraten ist. Den auf dem Foto kann ich sehr empfehlen und er ist auch noch erschwinglich!)
zusammen in einer großen Pfanne bei mittlerer, später kleiner Hitze köcheln lassen. Tatsächlich ohne Öl oder ähnliches. Damit Geschmack und Konsistenz stimmen, lasse ich die Soße immer richtig lange auf dem Herd: Minimum sind 45 Minuten, gerne aber um einiges länger!
Wenn euch die Konsistenz der Soße gefällt und die Pasta in 5 bis 10 Minuten fertig ist kommen
frisch gemahlener schwarzer Pfeffer (nach Belieben)
1/2 Bund gehacktes Basilikum und der
125 g Ricotta in die Soße.
So umrühren, dass von dem Ricotta noch "Batzen" übrig bleiben. Die Soße soll erstens nicht rosa und nach organischen Abfällen aussehen, zweitens schmeckt es auch schöner, wenn man nachher auf eine Ricotta-Insel stößt... Tja. Das war's diesmal schon. Wieder einmal ist der Beweis erbracht, dass die einfach Dinge auch oft die besten sind!
Enjoy!