Diese Schokoladentorte der göttlichen Nigella Lawson – Modell "denk einfach gar nicht darüber nach" – wollte ich schon immer mal backen. Als gestern mein Cousin und seine Verlobte die Einweihung ihrer neuen Büroräume gefeiert haben, gab es endlich einen würdigen Anlass und genügend Gäste, damit jeder nur ein Stück bekommt (was garantieren sollte, dass nachher niemand aus gesundheitlichen Gründe kollabiert). Tatsächlich ist der Teig ein absolutes Kinderspiel:
200 g Mehl
200 g Zucker
2 TL Backpulver
40 g Kakao
175 g Butter
2 Eier
1 Päcken Vanillezucker und
150 g saure Sahne per Handrührgerät oder Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig
verarbeiten.
Eine Springform mit 20 cm Durchmesser oder einen auf diese Größe eingestellten Tortenring mit Backpapier auskleiden. Da englische Kuchen ja typischerweise kleiner aber dafür höher sind, ist es praktisch, wenn man das Backpapier für die "Randverkleidung" ca. 5 bis 10 cm höher zuschneidet, damit es den Teig ggf. in Form hält, wenn er höher als das deutsche Normmaß aufgehen sollte. Der Kuchen kommt bei 180 °C für ca. 35 Minuten in den vorgeheizten Ofen. Man sollte aber 10 Minuten vorher schon mal mit der Hölzchen-Probe beginnen. Falls kein Teig mehr hängen bleibt, darf der Kuchen auch schon früher raus. Er wird kopfüber auf ein Kuchengitter gestürzt, damit nachher beim "Verspachteln" die grade und glatte Seite oben ist. Nach ca. 5 bis 10 Minuten die Form entfernen und schön auskühlen lassen. In der Zeit kann man die Glasur vorbereiten:
75 g Butter und
175 g gute, dunkle Schokolade im Wasserbad schmelzen lassen und glattrühren
300 g Puderzucker (Ja, ich weiß, das ist ein ganzes Päckchen – ich möchte nicht darüber sprechen!)
125 g saure Sahne (die rettet unsere Figur jetzt auch nicht mehr...) sowie
1 Päckchen Vanillezucker zu einer geschmeidigen Glasur ohne (!) Klümpchen verrühren.
Das ist echt anstrengend und ich möchte an dieser Stelle ausdrücklich empfehlen: Nehmt das Handrührgerät oder eine unbezahlte Küchenhilfe, aber nicht den Schneebesen! Den ausgekühlten Kuchen halbieren und die Oberseite vorsichtig abheben. Dabei hilft zum Beispiel die Bodenplatte einer Springform oder etwas ähnlich glattes und flaches: Es handelt sich ja hier um einen beinahe ordinären Rührteig und nicht um Bisquit, was bedeutet, das der Teig eher bröselt und bricht.
Die Unterseite bestreiche ich (wie Mama und nicht wie Nigella) erst einmal mit Orangenmarmelade und anschließend mit einem Drittel der Schokomasse. Dann kommt die Tortenoberseite zurück an Ort und Stelle und wird vorsichtig angedrückt. Ein weiteres Drittel der Glasur wird jetzt lässig (englisch – nicht deutsch) auf der Oberfläche verteilt und das letzte Drittel wird rundherum verspachtelt. Hier ist der Kuchen dann auch endlich kein Kinderspiel mehr: Die Glasur ist zu diesem Zeitpunkt noch recht weich und der Kuchen mit seiner Füllung ziemlich beweglich... Good luck!
Wer, wie ich gestern, vorhat, den Kuchen zu transportieren, sollte ihm eine Stunde Zeit geben. Die Glasur wird dann fester (Glücklicherweise ist da Puderzucker drin...) und die Torte bekommt eine weit mehr vertrauenerweckende Konstitution. Ich hätte mir eigentlich richtig kitschige Zuckerblüten für die Dekoration gewünscht, dann aber aus der Not eine geschmackliche Tugend gemacht und mit echten Rosenblättern garniert. Das ist für Augen, Nase und Mund ein echtes Highlight. Wer diesem Beispiel folgen möchte, dem sei gesagt: Englische Rosen – nicht Edelrosen. Nicht (nur) wegen des Prinzips, sondern tatsächlich aus Gründen der Essbarkeit.
Blendet alle Gedanken die mit gesunder Ernährung, der Figur und der Frage "Habe ich da was am Mundwinkel?" zu tun haben einfach aus – Enjoy!
Der tgi-Friday-Club hatte diese Woche Besuch! Damit wir zwei Personen zusätzlich satt bekommen, habe ich diesen Nachtisch (vor Jahren mal in der "lecker!") zubereitet, weil er zwar eigentlich ganz einfach ist, aber so ungewöhnlich schmeckt, dass man damit auf jeden Fall Eindruck macht! Außerdem hatten Mr. Veggie und Mr. Reichlich zum Hauptgang Orientalisches geplant und der Lavendel bildete einen grandiosen Abschluss... Für 5 Personen nehme man bitte:
500 ml Sahne
4 frische Lavendelstiele (mit Blüten)
1 halbe Vanilleschote (aufgeschnitten, damit die Kerne besser raus können)
50 g Zucker
3 Blatt Gelantine (in einer Schale Wasser quellen lassen)
Die Sahne köchelt mit dem Lavendel, Vanille und Zucker ca. 15 Minuten bei kleiner bis mittlerer Hitze. Anschließend durch ein Sieb in eine Schüssel gießen. Die aufgeweichte Gelantine abschütten, mit 2 bis 3 Esslöffeln der heißen Sahne auflösen und dann in die Sahneschüssel einrühren. Die Pannacotta in 5 kalt ausgespülte Formen, Gläser oder was auch immer füllen, mit Frischhaltefolie verschließen und mindesten 6 Stunden in den Kühlschrank sperren. Für das Pfirsichpüree werden ganz einfach
2 reife Pfirsiche
1 El Zitronensaft und
1 El Zucker im Mixer püriert. Es empfiehlt sich, das kurz vor dem Servieren zu tun, denn das Püree wird an der Oberfläche, trotz Frischhaltefolie, schnell dunkel.
Für den großen Auftritt die Formen mit der Pannacotta kurz in ein warmes Wasserbad halten, damit sie sich auf Teller stürzen lässt. Hier sollte man unbedingt mit Gefühl vorgehen: Auf keinen Fall heißes Wasser verwenden und lieber ein paar Mal probieren, ob sich die Pannacotta schon löst, als dass sie zu lange der Hitze ausgesetzt ist und die Gelantine – und damit die ganze schöne Nachspeise – die Fassung verliert... Am Ende einen kleinen Pfirsichspiegel anlegen und natürlich am allerliebsten mit frischen Lavendelblüten garnieren. Auf dieses i-Tüpfelchen mussten wir allerdings wegen der Wolkenbrüche verzichten. Geschmeckt hat es trotzdem. Enjoy!
Aus dem kleinen Hüftgold-ABC gab es heute die gute alte Carbonara. Eigentlich ist es viel zu warm dazu, aber wer am Wochenende Baiser backt, der muss auch sehen, wir er das Eigelb unter die Leute bringt, oder in diesem Fall: Unter die Pasta. Pro Person braucht man
1 Eigelb
50 ml Sahne
10 g Parmesan
1 El klein gehackter Salbei
1 Prise Salz und frisch gemahlener schwarzer Pfeffer alle zusammen gut mischen
Pasta al dente kochen und in der Zeit
30 g Schinkenwürfel und eine kleine, fein gehackte Knoblauchzehe in einer trockenen Pfanne anbraten.
Die fertige Pasta abtropfen lassen (aber nicht staubtrocken), zurück in den Topf geben, Schinkenwürfel, Knoblauch und die Ei-Sahne-Mischung darüber verteilen und gut (!) mischen. Am besten noch mal mit dem schwarzen Pfeffer drüber, das riecht einfach so gigantisch! Fehlt nur noch ein Glas Rotwein und dann: mangiare und enjoy!