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5. August 2011

Bhaji - Gemüsecurry

Nein, ich habe nicht grade "indische Woche" – oder... doch, eigentlich schon. Für mich als Gemüsemuffel ist die indische Küche die attraktivste Lösung, mich mit Gemüse einzulassen (wenn man vermeiden will, einen schweren Hollandaise-Schock zu erleiden...). Und da momentan einfach alles auf einmal in den Topf oder die Pfanne will, ist dieses Bhaji eine perfekte Lösung, weil man immer wieder andere Gemüsesorten kombinieren kann. Noch dazu braucht man, ganz untypisch für die indische Küche, weder aufwendige Gewürzmischungen, noch viel Zeit!


Für ca. 3 Portionen (einfrieren und aufwärmen klappt sehr gut) nehme ich:


5-6 große Kartoffeln mit Schale und in Achtel geschnitten 
1/2 Spitzkohl halbiert und in 2 cm breite Streifen geschnitten
1 Aubergine geviertelt und in 1 cm breite Streifen geschnitten
4 Stangen Lauch in Ringeln
5 Tomaten in Achtel geschnitten
3 gehackte Knoblauchzehen in 2 EL Öl bei mittlerer Hitze weich braten und anschließend die Kartoffelstücke zufügen und mitbraten. Weil die Kartoffeln eine längere Garzeit benötigen, bekommen sie 10-15 Minuten Vorsprung, bevor Ihnen das restliche Gemüse in die Pfanne folgt...
In der Zwischenzeit kann man die restlichen Gewürze vorbereiten:
2 Tl Curcuma
1 grüne Chilli in Ringeln
1 rote Chilli in Ringeln (wenn eine Farbe grade ausgegangen ist, tun es auch 2 Chilli von einer Sorte)
1 El Salz 
Wenn die Kartoffeln nach 10 - 15 Minuten halb gegart sind, kommt in einem Schwung alles restliche Gemüse und die Gewürze in die Pfanne. An dieser Stelle sei noch gesagt: Wer, wie hier, derart sperriges Gemüse verwendet, sollte sich vorher überlegen, ob seine Pfanne groß genug ist. Alles andere ist wirklich... unschön!
Das Gericht gart dann noch ca. 20 Minuten weiter, abhängig davon, ob die Kartoffeln schon gar sind und wie viel Biss das restliche Gemüse haben soll. Zuletzt noch mal mit Salz abschmecken und mit frischem gehackten

Koriander oder Minze bestreuen. Klar, diese Kräuter sind sich alles andere als ähnlich, wichtig ist, das etwas frisches und "ätherisches" mit wirklich frischer Note oben drüber kommt – und Basilikum darf heute mal nicht mitspielen! :D  Enjoy!

31. Juli 2011

Fischcurry aus Goa

Mein lieber Cousin mag diese Fischcurry furchtbar gerne. Gestern Abend habe ich die Gelegenheit genutzt und beim Kochen mal mitgeschrieben. Vielleicht ist er dann beim nächsten der Koch und ich der Gast?
Das original Rezept stammt aus einem kleinen indischen Kochbuch aus dem dahingeschiedenen Könemann Verlag. Ich koche es etwas anders – ich brauche mehr Soße! Ach so, das sollte vielleicht noch gesagt werden: Im Allgemeinen sind Currie aus Goa sehr exotisch (wie dieses hier) und sehr scharf (wie dieses hier). Ich meine scharf, so richtig. Wer mit den Chilli-Mengen überfordert ist, kann sie also erstmal getrost halbieren. Für 2 Portionen nehme ich 
2 große Pangasius Filets die während der Vorbereitung schon mal mit dem Saft einer 
1/2 Zitrone ziehen können
2 El Kokosflocken in etwas Wasser quellen lassen 
In einem Mörser (sehr authentisch) viel einfacher aber in einem Mixer bereite ich eine Paste aus
2 getrockneten roten Chillis
1/2 Tl Koriander (Pulver)
1 Tl Cumin (Kreuzkümmel)
4 Knoblauchzehen und
1 1/2 Tl Salz
In einer großen Pfanne werden dann
2 gehackte Zwiebeln in 
1 El Öl weich und hellbraun gebraten. 
Anschließend die Temperatur reduzieren und die Curry-Paste mit in die Pfanne geben. Ca. 2-3 Minuten mit braten und ab und an mit etwas Wasser besprenkeln damit sie nicht zu dunkel wird oder in der Pfanne ansetzt – die Gewürze könnten bei zu großer Hitze leicht bitter werden. Die Paste mit
1 Dose stückige Tomaten
6 Strauchtomaten und dem Saft einer
1/2 Zitrone ablöschen
3 grüne Chilli in Ringen und die aufgeweichten Kokosflocken dazugeben und die Soße etwa 10 Minuten einköcheln lassen.
Noch mal abschmecken, ob das mit dem Salz stimmt, dann die Pangasiusfilets in ca. 3 cm breite streifen schneiden und in die Soße legen. Jetzt bitte kein Gehampel mehr in der Pfanne, der Fisch ist durch den Zitronensaft schon ziemlich mürbe und geht sehr schnell kaputt – nicht schön!. Auf ganz kleine Flamme stellen und den Fisch gar ziehen lassen. Nach 5 Minuten die Fischstücke vorsichtig (!) einmal wenden. Nach weiteren 10 Minuten sollte der Fisch gar sein, wer die Soße aber z.B. noch etwas reduzieren lassen möchte, kann dies gerne tun.
Serviert wird das ganze (wenn verfügbar) mit ein paar frischen Korianderblättchen, einem Bierchen und Naan-Brot oder Reis. Schönem Quellreis, nichts von wegen Parboiled oder so! Ach, ich schreib's einfach mit auf! Für 2 Personen nehme ich
3 Hände voll Basmatireis (gehäuft)
1 Tl Salz und
4 grüne Kardamomkapseln (wegen des Geschmacks)
Den Reis im Topf schütteln, bis er gleichmäßig verteilt ist und jetzt genau so viel Wasser dazugeben, dass es die doppelte Höhe erreicht, z.B.: der Reis liegt 1 cm hoch, dann nimmt man so viel Wasser, dass der Pegel auf insgesamt 2 cm steigt. Es schadet nicht, wenn der Reis vor dem Kochen schon mal etwas vorquellen darf, ist aber kein Muss. Den Topf also auf die Platte, die Platte auf Maximum und wenn es richtig kocht die Platte ausstellen und auf jeden Fall den Deckel drauf lassen. Kein Rühren! Kein Nachschauen! Kein Abschütten! Der Reis ist nachher einfach fertig – it's amazing!


This is for you, altes Plüschohr! Enjoy! 
Und ich sage es gerne noch einmal: Goa = scharf! :)


30. Juli 2011

gebackene rote Bete und gefülltes Brot

TGI-Friday is(s)t mediterran...
Gestern Abend war es nach mehrmaligen Ausnahmen und Umständen endlich mal wieder so weit. Und weil Mr. Veggie und Mr. Reichlich in Urlaub fahren und dies unser letzter Abend für entsetzliche drei (!) Wochen war, galt es, ein adäquates Abendmahl zu zaubern!
Rote Bete haben ja grade Saison und zusammen mit den frischen Kräutern entwickelten sie ein tolles Aroma:
9 - 12 frische rote Bete (bei einer Größe zwischen Hühnerei und Tennisball so 3-4 pro Person) ca. 20 Minuten vorgaren und nach dem Abkühlen MIT GUMMIHANDSCHUHEN! häuten. Große Exemplare halbieren, damit die Sache mit der Garzeit stimmt... In eine Auflaufform 2 Bahnen Alufolie über Kreuz legen – so lang, das reichlich übersteht, damit man sie am Ende oben verschließen kann. Die rote Bete zusammen mit
2 El Olivenöl
10 El Balsamico
6 ungeschälte aber gequetschte Knoblauchzehen 
grobem Meersalz, schwarzem Pfeffer, 3 Lorbeerblättern und ein paar Zweiglein Tymian
in besagte Auflaufform geben, die Folie oben verschließen und 30 Minuten bei 200° C Ober- Unterhitze backen. So viel dazu. 
Für das gefüllte Brot einen Hefeteig ansetzen:
30 g Hefe und
1 El Zucker in
300 ml lauwarmem Wasser auflösen
600 g Mehl und
2 Tl Salz vermengen
Die Hefemischung und eine Kuhle im Mehl geben. Mit Knethaken nach und nach alles Mehl mit der Mischung zu einem geschmeidigen Teig verarbeiten und 45 min stehen lassen... an einem lauschigen Ort versteht sich! Nach dem Ruhepäuschen den Teig nachsichtig (!) zu einem Rechteck von 1/2 bis 1 cm ausrollen. 2/3 der Höhe bestreuen mit:
1/2 Bund grob gehacktem Basilikum
1/2 Bund grob gehacktem Salbei
10 geviertelten Kirschtomaten
1 Tasse gehackten getrockneten Tomaten und
100 g Ziegenfrischkäse
4 El Parmesan, außerdem Meersalz und schwarzem Pfeffer
Den Teig aufrollen so dass die Naht am Ende unten liegt. Irgendwie (?) auf ein Backblech in einen Kreis legen, die Enden ineinander schieben (pfui!) und einige Male tief einritzen. Nochmals für eine halbe Stunde gehen lassen und anschließend für 45 min bei 200° C Ober- Unterhitze backen (wie praktisch, dass die rote Bete genau so drauf ist...)


Als hätte er die Küchen-Düfte nach Kräutern und süßen, erdigen Aromen vor seiner inneren Nase gerochen (es gibt ja schließlich auch ein inneres Auge, also...), hatte Mr. Reichlich einen fantastischen Wein aus dem Piemont mitgebracht: Einen Nero d' Avola von La Ca' Növa – trocken, erdig, warm, würzig, einfach gigantisch! Alles zusammen war ein Traum und dem Anlass durchaus angemessen ;)


Danke ihr Lieben, es war mal wieder ein wundervoller Abend!